Vor genau einem Monat bin ich von Berlin aus nach Tel-Aviv geflogen. Ich bin 28 Jahre alt. Ich weiß nicht, was Krieg ist, da ich in Deutschland aufgewachsen bin. Da ich in einem bestimmten deutschen Staat geboren worden bin, den es seit 1989 nicht mehr gibt, bin ich konfessionslos. Ich war schon öfter hier – genauer gesagt, habe ich hier bereits gelebt. Ich gehöre der Generation Globalisierung an, die verlernt hat ein „zu Hause“ zu haben. Ich habe mich verliebt, in Tel-Aviv, die „Weiße Stadt“ am Mittelmeer – ungeplant, wie so häufig.

Mit dem Wissen, dass hier jederzeit „Etwas“ passieren kann, bin ich vertraut. Schließlich habe ich mich vor meinem ersten Wohnaufenthalt ohne spezifische Vorkenntnisse über das Land kundig gemacht – die Gewissheit, dass eines Tages das „Etwas“ eintritt, war immer dabei – aber nun ist sie Realität geworden: Willkommen in der Operation Protective Edge.

Ich will hier keine politischen Überzeugungen kundgeben, will niemanden bekehren, will nicht mal Stellung einnehmen – aber ich will darüber schreiben, wie das Leben in einer Stadt ist, in der es mehrmals täglich Bombenalarm und kurz danach eine Detonation gibt, die die Häuserwände wackeln lässt, da abgeschossene Raketenteile in 200m Luftlinie herunter krachen – für mich und für die Menschen, die hier leben.

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2 Gedanken zu “Das ist

  1. Es ist sehr mutig was du machst!

    Folge deinem Herzen, denn es tun auch Millionen andere Menschen!

    Du bist nicht allein und Menschen mit demokratischen Werten stehen für dich ein, sowohl in Israel als auch weltweit!!!! Stay strong!!!!

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